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| Erschienen: | 1975 |
|---|---|
| Originalsprache: | Deutsch |
Die Liebhaberinnen (1975), Elfriede Jelineks erster großer Prosatext, erzählt vom Leben zweier Arbeiterinnen in der österreichischen Provinz. Brigitte, Angestellte in einer Textilfabrik, sieht in einer Ehe mit Heinz, einem Kleinunternehmer, die einzige Möglichkeit, ihrem eintönigen und aussichtslosen Leben zu entkommen. Mit berechnender Entschlossenheit versucht sie, ihn durch eine Schwangerschaft an sich zu binden. Ihre Strategie gelingt, sie heiratet Heinz und erreicht den scheinbaren sozialen Aufstieg – doch um den Preis völliger Anpassung an ein patriarchales, engstirniges Milieu. Paula hingegen verliebt sich in den Holzarbeiter Erich. Ihre Beziehung ist von Gewalt, Abhängigkeit und Demütigungen geprägt. Paula klammert sich an romantische Vorstellungen von Liebe, wird aber immer wieder geschlagen, gedemütigt und schließlich in eine hoffnungslose Lage gedrängt, aus der sie keinen Ausweg findet. Jelinek entwirft in knapper, repetitiver Sprache ein schonungsloses Bild weiblicher Lebensrealitäten, in denen Liebe, Ehe und Mutterschaft nicht als individuelle Entscheidungen, sondern als Mechanismen gesellschaftlicher Kontrolle erscheinen. Die Protagonistinnen sind gefangen in Rollenzwängen, ökonomischer Abhängigkeit und männlicher Gewalt. Am Ende stehen Ernüchterung, Resignation und das Scheitern von Hoffnungen. Der Roman zeigt, wie patriarchale Strukturen und soziale Ungleichheit Frauen dazu zwingen, ihre Körper und Gefühle als Mittel zum Zweck einzusetzen – und enthüllt so die Brutalität des Alltags hinter bürgerlichen Fassaden. | |