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Ein Projekt von ≠igfem

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Ein Projekt von ≠igfem

Unser Expertinnengremium

Tanja Raich
Foto: Minitta Kandlbauer

Mag.a TANJA RAICH, 1986 in Meran (Italien) geboren, lebt als Lektorin und Autorin in Wien. Tätigkeit als Jurorin, u.a. beim Open Mike, Franz Tumler Preis und Literar Mechana. 2015 initiierte sie eine neue Literaturreihe bei Kremayr & Scheriau mit Fokus auf deutschsprachige Debüts, wo sie bis 2020 als Programmleiterin tätig war. Derzeit leitet sie das Literatur- und Kinderbuchprogramm beim Leykam Verlag. Ihr Debütroman „Jesolo“ (Blessing 2019) wurde für den Österreichischen Buchpreis Debüt sowie für den Alpha Literaturpreis nominiert. 2022 erschienen die von ihr herausgegebene Anthologie „Das Paradies ist weiblich“ (Kein & Aber 2022) und ihr zweiter Roman „Schwerer als das Licht“ (Blessing 2022). 2024 ist eine neue Anthologie mit dem Titel „Frei sein“ bei Kein & Aber erschienen.
tanjaraich.at

„Ich bin immer wieder erstaunt, wie hartnäckig sich die immerselben Klassiker im Schulkanon halten – Goethe, Fontane, Mann, etc. – obwohl schon seit Jahren gefordert wird, mehr Autor*innen zu lesen. Der Schulkanon geht meiner Meinung nach komplett an den Interessen der Schüler*innen vorbei. Umso mehr freue ich mich, Teil einer Arbeitsgruppe zu sein, und einen neuen feministischen Kanon zu erarbeiten.”

Tanja Obex

TANJA OBEX, MA PhD ist Erziehungswissenschaftlerin und als Universitätsassistentin am Fachbereich Bildungswissenschaften der Musik­pädagogik an der mdw (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) beschäftigt. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen Pädagogisches Ethos, Professionalität von Lehrer*innen, Wis­sens- und Wissenschaftsforschung; Bildung und Dekolonialität; Bildung für nachhaltige Entwicklung.

„Mich begeistert das Projekt! Die Bereitstellung einer feministischen Leseliste für Lehrpersonen und das Lesen der Werke mit den Schüler:innen lässt Frauen als Literaturschaffende sichtbarer werden und ermöglicht es Lesenden, andere Perspektiven einzunehmen. Beides halte ich für notwendig, wenn der Imperativ der Gleichstellung von Männern und Frauen nicht nur eine Hohlphrase bleiben soll.”

Sandra Folie

Dr. SANDRA FOLIE ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und Mitarbeiterin im Projekt „Schwarze Narrative transkultureller Aneignung“ am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte im Bereich afroeuropäische Literaturen und Intersektionalität sind eng mit Fragen der Kanonisierung verbunden: Wer wird in welchem Kontext (wie) gelesen und warum (nicht)?

“Durch Leerstellen bei Texten von Frauen, BIPoC und migrantisierten Autor*innen wird Lesenden sehr viel vorenthalten: an Lebensrealitäten, Themen und Perspektiven, aber auch an stilistischen Registern und Darstellungsverfahren. Es wird ein schiefer und restriktiver Eindruck davon erzeugt, was gute, kanonische, wertvolle Literatur (nicht) ist. Das Projekt setzt hier an, indem bestehende Kanones kritisch hinterfragt und Vorschläge zu ihrer Verbreiterung gesammelt werden.”

Julia Pühringer
Foto: Violetta Wakolbinger

Mag. JULIA PÜHRINGER ist Journalistin und Filmkritikerin, denkt, schreibt, fragt gern. Sie schreibt u.a. für tele, Falter, den Standard und die an.schläge. Egal ob im Film, in der Literatur oder anderswo interessiert sie sich brennend für die Frage der Repräsentation der Kunst von Frauen bzw. ihrer Rezeption und Kanonisierung.

Warum sie bei unserem Projekt mitarbeitet? Das verdeutlicht sie uns an einem Zitat der Regisseurin Jutta Brückner: „Eine Gesellschaft, die kein Interesse hat an den Geschichten, die ihre Frauen zu erzählen haben, verarmt, und ihr Bild von sich selbst ist verzerrt.“

Beate Hausbichler
Foto: Heidi Seywald

BEATE HAUSBICHLER, geboren 1978 in Reith im Alpbachtal (Tirol), lebt in Wien. Sie hat Philosophie an der Universität Wien studiert und ist seit 2008 Redakteurin bei der österreichischen Tageszeitung DER STANDARD, seit 2014 leitet sie deren frauenpolitisches Ressort dieStandard. Zuletzt ist von ihr erschienen: „Der verkaufte Feminismus. Wie aus einer politischen Bewegung ein profitables Label wurde“ (2021) und „Geradegerückt. Vorverurteilt, skandalisiert, verleumdet: Wie Biografien prominenter Frauen verzerrt werden“ (gemeinsam mit Noura Maan, 2023).

„Erzählungen, die wir jung hören oder lesen, hinterlassen tiefe Spuren. Durch eintönige Prinzessinnen- Liebes-, Familien-, Freundschafts- oder Abendeutergeschichten werden Kinder und junge Erwachsene in ihren Möglichkeiten beschnitten und Gefühle ihrem Ausdruck beraubt. Deshalb ist es so wichtig, literarisch mit Kindern früh den Rahmen zu sprengen, um Vielfalt sicht- und spürbar zu machen. Damit sie sie später als gesellschaftspolitische Selbstverständlichkeit verteidigen.”

Veronika Schuchter
Foto: Maria Piok

Mag. Dr. VERONIKA SCHUCHTER ist Senior Scientist am Institut für Germanistik der Universität Innsbruck. Sie studierte Deutsche Philologie und promovierte 2012 zum Thema Opfer-, Heldinnen- und Täterinnen-Narrative in Literatur und Film. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Gegenwartsliteratur, Literaturvermittlung und Geschlechterforschung. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit Machtstrukturen und gesellschaftspolitischen Themen im Literaturbetrieb.

„Eine feministische Leseliste ist mehr als nur eine Ergänzung bisheriger, androzentrischer Kanones. Für mich geht es darum, althergebrachte Rezeptionsmuster zu hinterfragen und junge Leserinnen und Leser dazu zu motivieren, verschiedenste Perspektiven auf die Literatur und die Welt dahinter zu werfen.”

Rabea Kohnen

Assoz. Prof. Dr. RABEA KOHNEN ist Germanistische Mediävistin. Sie arbeitet seit 2019 als Assistenzprofessorin mit Tenure Track an der Universität Wien. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen Historische Narratologie, Materialphilologie und kulturwissenschaftliche Fragen im Bereich der Intersektionalität. Ihr aktuelles Buchprojekt behandelt das self-fashioning mittelalterlicher Erzähler:innen und Exeget:innen am Modell der Stimme und Figur Marias von Nazareth und fragt besonders nach der Bedeutung von Weiblichkeit in diesen Entwürfen. Daneben leitet Rabea Kohnen aktuell ein Projekt zur ‚Vorauer Handschrift 276‘ aus dem 12. Jahrhundert und eines zum Verlag Sigmund Feyerabends (16. Jahrhundert).

„Das Leselisten-Projekt der ≠igfem leistet wichtige Grundlagenarbeit der Literaturvermittlung. Der immer noch verbreiteten Überzeugung, es gäbe keine lesenswerten Autorinnen, können wir nur produktiv begegnen, wenn schon Kinder und Jugendliche mit den Werken von Autor:innen unterschiedlichen Geschlechts in Berührung kommen und diese zu schätzen lernen. Die mediävistische Forschung hat die Werke vieler Autorinnen der Vergessenheit entrissen und ich freue mich einen Anteil daran haben zu dürfen!”

Dagmar Kaindl

DAGMAR KAINDL, geboren 1968 in NÖ, war Kulturredakteurin beim Wochenmagazin NEWS (1993 – 2016) und leitete sechzehn Jahre lang das Literaturresort ebendort. Seit 2017 ist sie freie Mitarbeiterin des Magazins Buchkultur. Von 2011 bis 2020 war sie Mitglied des Literaturbeirats des Bundeskanzleramts Österreich.

„In einer Welt, in der Bücher von Männern immer noch häufiger verlegt, rezensiert und kanonisiert werden als die von Frauen, ist es wichtig, eine Plattform zu schaffen, die Autorinnen eine Stimme gibt und Mädchen und Frauen eine Identifikationsfläche bietet. Es ist Zeit, dass wir Frauen und nicht-binären Menschen den verdienten Platz in der Geschichte freischaufeln! Schulen kommt dabei eine große Verantwortung zu: Ihnen dafür Mittel in Form einer feministischen Literaturliste zur Verfügung zu stellen, ist eine unverzichtbare Aufgabe.”

Claudia Sackl
Foto: Manuel Schmelzer

CLAUDIA SACKL, MA MA, ist wissenschaftliche Assistentin am ISEK – Populäre Kulturen an der Universität Zürich und Lehrbeauftragte am Institut für Germanistik der Universität Wien. Von 2017 bis 2023 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der STUBE Wien tätig, von 2019 bis 2023 leitete sie die Literarischen Kurse. Ihre Forschungsschwerpunkte sind multimodale und transmediale Erzählformen, Postcolonial Studies, Critical Race Theory und deren Intersektionen mit Gender Studies, Queer Theory und Ecocriticism. In ihrem Promotionsprojekt forscht sie zu zeitgenössischen deutsch- und englischsprachigen afrodiasporischen Literaturen.

“Ich bin der festen Überzeugung, dass Wissenschaft auch die Aufgabe hat, in die Gesellschaft hineinzuwirken. Es ist höchste Zeit, mehr „Unordnung in die Literaturgeschichte“ (Elahe Haschemi Yekani) und den Kanon zu bringen! Intersektionale feministische Perspektiven sind dabei unerlässlich.”

Gertraud Klemm
Foto: klein©www.berndalfanz.net

GERTRAUD KLEMM, geb. 1971 in Wien. Biologiestudium in Wien, seit 2006 freie Autorin. Viele ihrer Texte wurden mit Auszeichnungen gewürdigt. Sie lebt mit ihrer Familie in Niederösterreich und schreibt Theaterstücke, Gastkommentare, Essays und Romane. Zuletzt erschienen: Einzeller (2023, Kremayr & Scheriau). Aktuell: „Das Ende des Phallozäns“, Juli 2025, Matthes & Seitz.

„Und sie bewegt sich doch: Es gibt sie, die aktualisierte Literaturliste, die der literarischen Realität und den Ansprüchen des 21. Jahrhunderts gerecht wird!”

Ilse Rollet
Foto: R. Unger

Mag.a. ILSE ROLLETT, geb. 1961, Studium Lehramt Germanistik und Romanistik in Graz; langjährige feministische Aktivistin und Tätigkeit in der feministischen Erwachsenenbildung (Kommunikation, Politische Bildung; Mädchen- und Frauenbildung); Mitgründung des Frauenbildungszentrums Frauenhetz in Wien; Supervisorin; Lehrgangsleiterin „Coaching und Philosophie; langjährige AHS-Lehrerin für Deutsch; seit 2011 Schulleiterin der AHS Rahlgasse mit ausgeprägtem Gender-Schwerpunkt.

„Als Germanistin, langjährige Deutschlehrerin und Schulleiterin war ich immer wieder mit der Diskussion rund um einen „offiziellen“ literarischen Kanon konfrontiert. Der vorherrschende männliche Kanon und das Ignorieren vieler Autorinnen prägte die feministische Debatte der letzten Jahrzehnte. Umso erfreuter war ich über das hier vorliegende Unterfangen: einen rein weiblichen Kanon zu diskutieren und zu veröffentlichen, um endlich die vielen Autorinnen sichtbar zu machen.”

Isabella Manago

Dr. phil. ISABELLA MANAGÒ, Studium Generale in Tübingen, dann Germanistik, Geschichte und Latein in Heidelberg. Promotion zur ‚Kontingenz im Trojanerkrieg Konrads von Würzburg‘. Dort wissenschaftliche Mitarbeiterin, Dissertationsstipendium der Landesgraduiertenförderung, assoziiertes Mitglied des literaturwissenschaftlichen Promotionskollegs ‚Was ist Tradition?‘. Seit Herbst 2020 Post-Doc-Universitätsassistentin an der Karl-Franzens-Universität in Graz, arbeitet dort u.a. in einem Cluster zu Mediterranen Deutungs(ge)schichten mit und beschäftigt sich für ihre Habilitation mit dem Mittelalterbild deutschsprachiger Fantasyromane.

„Unsere Geschichte ist davon geprägt, dass Errungenschaften von Frauen marginalisiert oder Männern zugeschrieben werden. So schreibt bereits die mittelalterliche Autorin Marie de France: „Maria heiße ich und ich bin aus Frankreich. Es kann nämlich sein, dass einige Schriftsteller meine Arbeit für sich in Anspruch nehmen. Ich möchte nicht, dass irgendjemand sie ihnen zuschreibt.” Auch der literarische Kanon war lange eine Literaturgeschichte von Männern über Männer. Das Projekt setzt hier ein wertvolles Gegengewicht, weshalb ich mich gerne daran beteilige.”

Magda Birkmann
Foto: Frederic Marx

MAGDA BIRKMANN liebt es, ihre Begeisterung für Literatur zu teilen, erst sieben Jahre lang als Buchhändlerin bei Ocelot in Berlin und neuerdings als Zuständige für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Berliner Literaturhauses Lettrétage und als freiberufliche Literaturvermittlerin. Zusammen mit Nicole Seifert gibt sie im Rowohlt Verlag die Buchreihe rororo Entdeckungen mit Romanen vernachlässigter Autorinnen des 20. Jahrhunderts heraus. 2024 war sie Mitglied der Jury für den Deutschen Buchpreis, 2025 ist sie Jurorin für den BücherFrauen-Literaturpreis.

„Mir fiel erst zum Ende der Schulzeit auf, dass wir im Deutschunterricht kaum Texte von Autorinnen behandelt hatten. Damals gingen wir auf die Barrikaden und setzen als letzte Lektüre „Kassandra“ von Christa Wolf durch – ein Buch, das mein Lesen in neue Bahnen gelenkt hat. Zu wissen, dass auch 15 Jahre später die Lehrpläne Literatur meist immer noch als rein männliche Angelegenheit vermitteln, macht mich wütend, traurig und müde – gleichzeitig motiviert mich die Vernetzung mit so vielen anderen Literaturaktivistinnen, die diese Ungerechtigkeit nicht weiter hinzunehmen bereit sind.”

Kirstin Breitenfellner
Foto: Ingrid Götz

KIRSTIN BREITENFELLNER, geb. 1966 in Wien, Studium der Germanstik, Philosophie und Slawistik. Lebt und arbeitet als Literaturkritikerin und Autorin von Romanen, Gedichten, Kinderbüchern und Sachbüchern, Mitarbeiterin des Falter und der Poesiegalerie sowie als Yogalehrerin in Wien. Nach ihrem Studium erstellte sie zusammen mit Ilse Korotin die Bibliografie „Frauenspezifische und feministische Hochschulschriften an österreichischen Universitäten 1968–1993“. 2004 erschien ihr Debütroman „Der Liebhaberreflex“, 2022 ihr fünfter Roman „Maria malt“ über die österreichische Jahrhundertkünstlerin Maria Lassnig, zuletzt ihr Gedichtband „Gedichte ohne Ich“ (2024).

„Eine feministische Leseliste bedeutet, das es so viele Bücher von Frauen gibt, dass es Expertise braucht, davon die wichtigsten auszumachen. Und das ist gut so.”

Christa Gürtler
Foto: Erika Mayer

Dr. CHRISTA GÜRTLER, geb. 1956, lebt als Literaturwissenschaftlerin, Literaturkritikerin und Literaturvermittlerin in Salzburg, Forschungsschwerpunkt: Österreichische Literatur, Gender Studies, Literatur von Autorinnen u.a. Ingeborg Bachmann, Elfriede Jelinek; zuletzt Mithgin. der fünfbändigen Werkausgabe von Elfriede Gerstl (Droschl Verlag 2012–2017), mit Uta Degner Hgin. von „Elfriede Jelinek: Provokationen der Kunst“ (De Gruyter 2021) und „Gespenstischer Realismus. Texte von und zu Kathrin Röggla“(Sonderzahl 2021), mit Liliane Studer Hgin. des Bandes „Gesammelte Erzählungen“ der Marlen Haushofer Werkausgabe (Bd.6, Claassen 2023).

“In den literarischen Kanon und damit in den Schulunterricht haben es bis heute nur wenige Ausnahmeautorinnen geschafft. Ich habe mich vor Jahrzehnten an der Universität für eine Leseliste mit zahlreichen Texten von Schriftstellerinnen engagiert. In den Schulen verliert die Literatur immer mehr an Stellenwert, umso wichtiger finde ich Leselisten, die aufmerksam machen auf die vielen weiblichen Stimmen der Literatur in Vergangenheit und Gegenwart.”

Foto: Edith Ertl-Hofinger

Mag.a Dr.in BIRGE KRONDORFER, politische Philosophin und feministisch Tätige. Lehrbeauftragte inter/nationaler Universitäten in den Bereichen Philosophie, Gender -, Kultur-, Politik- und Bildungswissenschaften. Erwachsenenbildnerin, Gruppentrainerin, Moderatorin, zertifiziert in Supervision, Mediation, interkulturellem Training. Vorträge, Seminare, Publikationen , Herausgaben, Redaktionen in kritischer Perspektive zu Theorien und Praxen der Geschlechterverhältnisse. Konzeption und Organisation diverser Symposien, Konferenzen, Tagungen, Demonstrationen. Mitgründerin der Bildungsstätte Frauenhetz, der Plattform 20000frauen, dem Verband feministischer Wissenschafter_innen sowie von IFEB – Initiative Feministische Erwachsenenbildung. Käthe-Leichter-Preis (2009), Goldenes Ehrenzeichen des Landes Wien (2022).

SIMONE WEISS MA, geb. 1992; Studium der Deutschen Philologie und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Wien; seit 2014 freie Mitarbeiterin der STUBE (Studien- und Beratungsstelle der Erzdiözese Wien); Bibliothekarin bei den Stadt Wien-Büchereien.

“Jahrhundertelang wurden literarische Kanones von Männern erstellt und bestanden hauptsächlich aus von Männern geschriebenen Büchern. Die große Menge an Titeln verschiedenster Epochen zeigt, dass Frauen als Autorinnen von ihren Zeitgenossen sehr wohl geschätzt wurden – sonst wären ihre Werke nicht mehr erhalten. Zeitlose Qualität, wie sie ein Kanon verspricht, wurde ihnen aber viel zu selten bescheinigt. Es ist höchste Zeit, die Literatur aus feministischer, das heißt gleichberechtigter Perspektive betrachten. Der Buchmarkt war noch nie so groß und unübersichtlich wie heute. Umso wichtiger und hilfreicher finde ich es, einen Leitfaden für verschiedene Altersgruppen zu haben, der Orientierung auf der Suche nach den besten Seiten der Literatur bieten kann.”

Sabine Prokop
Foto: Johanna Sadounig

Mag.a Dr.in SABINE PROKOP, Kommunikations- und Kulturwissenschafterin, Künstlerin, systemische Beraterin, Wissenschaftscoach (www.wissenschaftscoaching.net). Universitäre Lehre in Cultural Studies, Gender Studies, Media Studies und Visual Studies im In- und Ausland. Forschungen und Publikationen zu Medien- und Kommunikationstheorie sowie zu wissenschaftspolitischen, feministischen Themen. Lehrer*innenfortbildungen österreichweit. Frauen/Mädchenförderungsprojektleitungen in Niederösterreich und Wien. Kultur- und Veranstaltungsmanagement. Mitbegründerin des Verbands feministischer Wissenschaftler*innen, 15 Jahre im Vorstand, Kuratierung der Reihe feminismen diskutieren.

„Ich selbst lese viel lieber Texte und Bücher von Frauen* und freue mich immer sehr, wenn ich Neue entdecke – und meine Entdeckungen weitergeben kann!”

Daniela Strigl
Foto: Clarissa Stadler

Mag. Dr. DANIELA STRIGL, Privatdoz., geboren 1964 in Wien. Literaturwissenschaftlerin, Essayistin, Kriti­kerin, lehrt seit 2007 am Institut für Germanistik der Universität Wien, Habilitation 2018. Johann-Heinrich-Merck-Preis 2019, Mitglied der Dt. Akademie für Sprache und Dichtung. Autorin von »Wahrscheinlich bin ich verrückt … « Marlen Haushofer – die Biographie (6. Aufl., 2020). Außerdem u.a.: »Berühmtsein ist nichts«. Marie von Ebner-Eschenbach. Eine Biographie (2016); Alles muss man selber machen. Biographie. Kritik. Essay (2018); Gedankenspiele über die Faulheit (2021).

„Es gibt sie, die herausragenden Autorinnen, und zwar in jeder literaturgeschichtlichen Epoche. Man kann einen Kanon nicht völlig neu erfinden, aber man kann ihn gestalten: Lücken füllen, Gewichte verschieben, Akzente setzen. Das geht nicht von heute auf morgen, aber irgendwann muss man damit anfangen – zum Beispiel mit einer Feministischen Leseliste.”

Lea Susemichel
Foto: Jens Kastner

LEA SUSEMICHEL studierte Philosophie und Gender Studies an der Universität Wien. Als Autorin, Journalistin, Lehrbeauftragte und Vortragende arbeitet sie u. a. zu den Themen Identitätspolitik & Solidarität, feministische Theorie & Bewegung, feministische Kunst & Ästhetik sowie emanzipatorische Medienpolitik. Seit 2006 ist sie leitende Redakteurin des feministischen Magazins an.schläge. Zuletzt erschienen (gemeinsam mit Jens Kastner): „Identitätspolitiken. Konzepte und Kritiken in Geschichte und Gegenwart der Linken sowie Unbedingte Solidarität.“

„Ich weiß wirklich nicht, was ohne Ronja Räubertochter und Gretchen Sackmeier aus mir geworden wäre. Wahrscheinlich keine Feministin. Mädchen brauchen dringend mehr literarische Rolemodels und einen neuen Literaturkanon! Die feministische Leseliste trägt hoffentlich dazu bei.”

Julia Ritter
Foto: Katrin Seifried

JULIA RITTER, MA ist in der Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftsvermittlung tätig. Sie hat Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Anglistik mit Schwerpunkt auf Literaturwissenschaften studiert und ist seit 2020 Co-Podcasterin von „Die Buch. Der feministische Buchpodcast“.

„Ich unterstütze die Leseliste, damit Schüler*innen eine diversere Auswahl an Büchern zu lesen bekommen – einerseits, um die Lust am Lesen kennenzulernen und zu steigern und andererseits, um die Lebensrealität von Frauen und anderen diskriminierten Gruppen für Schüler*innen erfahrbar zu machen.”

Ursula Ebel
Foto: ÖGfL

Mag.a URSULA EBEL, geb. 1986 in Lilienfeld/NÖ, ist Literaturvermittlerin und Literaturwissenschaftlerin; studierte Vergleichende Literaturwissenschaften und Gender Studies an der Universität Wien, Humboldt-Universität zu Berlin und der Université Paris VII, seit 2011 Mitarbeiterin der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, seit 2014 stellvertretende Geschäftsführerin; Projektmitarbeiterin am Institut für Germanistik (2020–2022); derzeit Promotion über den neuen Realismus in der österreichischen Literatur der 1970er Jahre. Schreibt als Rezensentin u.a. für ›Die Presse‹, ›Buchkultur‹, ›Buchmagazin des Literaturhauses Wien‹.

„Viele Lebensrealitäten werden wir nie kennen-lernen. Noch viel mehr sind uns unzugänglich. Ein paar kommen jedoch dazu, wenn Kunst und Literatur diverser sind, und nicht die ewig gleichen Geschichten erzählt werden.Deshalb führt das Projekt Feministische Leseliste zu einer Adaption der Selbstwahrnehmung. Sätzen wie „Worte sind flüssiges Leben, sie sickern in die Spalten des Alltags“ von Sylvie Schenk werden wir nicht begegnen, wenn wir uns stets auf den gut beleuchteten Terrains des Buchmarktes befinden.”

Beatrice von Lüpke

Mag. Dr. BEATRICE VON LÜPKE ist germanistische Mediävistin. Seit 2021 ist sie Postdoc an der Universität Wien, wo sie kürzlich ihre Habilitation zur mittelalterlichen Fortsetzung der Sündenfallerzählung abgeschlossen hat. Ihre Forschungsschwerpunkte sind daneben das mittelalterliche Theater, die Editionsphilologie sowie die Rhetorik und Stilistik des Mittelalters.

„Im Deutschunterricht und während meines Germanistikstudiums habe ich im Wesentlichen von Männern verfasste Werke gelesen. Diese Auswahl wurde nicht hinterfragt, und so habe auch ich erst spät begonnen darüber nachzudenken, inwiefern dieser Kanon einseitige Perspektiven vermittelt und wie meine Wahrnehmung von Frauen- und Männerbildern beeinflusst, wenn nicht verzerrt worden ist. Umso mehr freue ich mich nun über die Initiative ‚Feministische Leseliste‘ und über die Möglichkeit, daran mitzuwirken!“

Juliane Zach
Foto: Nele Steinborn

Mag.a JULIANE ZACH, geboren 1985 in Oberösterreich, nach dem Germanistikstudium und Praktika in verschiedenen Institutionen der Literaturbranche von 2013 bis 2015 im Residenz Verlag (Vertrieb und Marketing) tätig. Seit 2016 im Institut für Jugendliteratur für Litteraturvermittlungs- und Leseförderungsprojekte sowie Nachwuchsförderung von Kinder- und JugendbuchautorInnen zuständig und als Redakteurin für 1001 Buch – das Fachmagazin für Kinder- und Jugendliteratur – tätig.

„Qualitätvolle Lektüre in Bildungseinrichtungen ist ein Muss. Unter Qualität verstehe ich Vielfalt, die bestimmte künstlerische und literarische Kriterien erfüllt. Viel zu lange standen bei der Buchauswahl für Schüler*innen Bücher von männlichen Künstlern und über männliche Helden im Mittelpunkt. Es ist nicht nur wichtig, sondern auch längst an der Zeit, dass Kindern und Jugendlichen in den Schulen Literatur über weibliche Identifikationsfiguren und von Autorinnen, Illustratorinnen und Übersetzerinnen vermittelt wird.”

HEIDI LEXE, Mag. Dr. phil., Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft in Wien. Seit 1992 Mitarbeiterin der STUBE, seit 2007 deren Leiterin, seit 2019 Leiterin der Abteilung Literatur in der Erwachsenenbildung. Herausgeberin des Fernkurs Kinder- und Jugendliteratur. Lehrbeauftragte für KJL am Institut für Germanistik der Universität Wien. Redaktionsmitglied und Rezensentin des Österreichischen Fachmagazins 1001 Buch, der bn-bibliotheksnachrichten sowie der Wochenzeitung DIE FURCHE. Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung und in zahlreichen Jurys, u.a. des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises.

Die BUCHHANDLUNG ChickLit bietet eine vielfältige Auswahl an feministischer, lesbischer, queerer, trans und inter Literatur* – darunter Sachbücher, Kinderbücher, Graphic Novels sowie feministische Magazine wie an.schläge, Frauensolidarität*, aep, Missy Magazine, Clio und weitere. Im Sortiment finden sich Titel zu Themen wie feministische und queere Theorie, Geschichte, LGBTIQA+-Bewegungen, Black Feminism, Anarchafeminismus, Selbsthilfe und Kunst. Ein intersektionaler Zugang prägt die Zusammenstellung der Bücher und sorgt dafür, dass unterschiedliche Perspektiven vertreten sind. Auch die Auswahl der Kinderbücher und Romane für Erwachsene orientiert sich an diesem Anspruch und spiegelt die Vielfalt feministischer Literatur wider.

Univ.-Ass. Dr. LENA ZUDRELL studierte Deutsche Philologie an der Universität Wien. Von 2014 bis 2018 war sie Universitätsassistentin (prae doc) am Institut für Germanistik der Universität Wien, seit 2018 ist sie dort als Universitätsassistentin tätig. Seit 2021 arbeitet Lena Zudrell als Universitätsassistentin am Fachbereich Germanistik der Universität Salzburg. Zudem ist sie Bibliographin des Bulletin Bibliographique der Internationalen Artusgesellschaft. Ihre Forschungs- und Lehrschwerpunkte liegen im Bereich der älteren deutschen Sprache und Literatur, insbesondere in der Artusepik, der höfischen Lyrik und Epik des Hoch- und Spätmittelalters und der historischen Narratologie. Im Rahmen ihres Habilitationsvorhabens arbeitet sie zum Thema „Konstruktionen des Alltags. Realismus als Erzählverfahren in der höfischen Epik ab 1250.“

Magdalena Schneider

Mag.a MAGDALENA MARTHA MARIA SCHNEIDER, geboren am 14.11.1985 in Wien, aufgewachsen in Südtirol. Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Wien, Unviersitätslehrgang Library and Information Studies. Seit 2010 in den Stadt Wien Büchereien tätig, 2013-2016 Leiterin des Bibliothekspädagogischen Zentrums, 2016-2022 Leiterin des zentrales Referates Bibliothekspädagogik, seit 2022 Leiterin der Hauptbücherei am Gürtel.

Mag. Dr. MARTINA KOPF, Privatdoz., ist Senior Lecturer für Afrikanische Literaturen. Sie forscht zu Entwicklungstheorie und -kritik im Schreiben afrikanischer Autor*innen (Kenia) und der Ideengeschichte von Entwicklung in Afrika. Darüber hinaus arbeitet sie zu afro-feministischem und intersektionalem feministischem Denken. Nach ihrer Promotion in Afrikawissenschaften an der Universität Wien war sie Afrika-Redakteurin bei Südwind – Magazin für Internationale Politik, Kultur und Entwicklung. Sie war Fellow am Centre for Global Cooperation Research in Deutschland und Gastprofessorin am Institut für Internationale Entwicklung in Wien und hat Forschungserfahrung in Kenia, Senegal und Kamerun.

Ass.-Prof.in Mag.a Dr.in KATHARINA WIEDLACK ist Assistenzprofessorin für Anglophone Kulturwissenschaften am Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Amerikanischen Literatur- und Kulturwissenschaften, amerikanisch-russische Beziehungen, queere und feministische Theorie, Populärkultur, sowie den postsozialistischen, dekolonialen und dis/ability Studien. Ihre Dissertation wurde 2015 unter dem Titel „Queer-Feminist Punk: An Anti-Social History“ beim feministischen Zaglossus Verlag veröffentlicht.

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