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Elfriede Jelinek

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geb. 20.10.1946 in Österreich

Elfriede Jelinek wurde am 20. Oktober 1946 im steirischen Mürzzuschlag geboren und wuchs in Wien auf. Bereits in der Kindheit erhielt sie eine umfassende musikalische Ausbildung und studierte später Klavier, Orgel und Komposition am Konservatorium der Stadt Wien. Nach dem Abitur begann Jelinek ein Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Wien, das sie allerdings zugunsten ihrer schriftstellerischen Tätigkeit abbrach. In den frühen 1970er Jahren erschienen ihre ersten Texte, 1975 folgte der literarische Durchbruch mit dem Roman „Die Liebhaberinnen“.

Jelineks Werk umfasst Romane, Theaterstücke, Essays, Lyrik, Hörspiele und Libretti. Sie ist bekannt für ihre kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen wie Kapitalismus, Machtstrukturen, Gewalt und insbesondere den Geschlechterverhältnissen. Zu ihren bekanntesten Werken zählen die Romane „Die Klavierspielerin“, „Lust“ und „Die Kinder der Toten“. Ihr sarkastischer, oft verstörender Stil sowie die radikale Sprachkritik machten sie zu einer der kontroversesten und wirkungsvollsten Stimmen der zeitgenössischen Literatur im deutschsprachigen Raum.

2004 wurde Elfriede Jelinek mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, insbesondere für ihren „musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen“ sowie die „sprachliche Leidenschaft“, mit der sie soziale Klischees und gesellschaftliche Missstände entlarvt. Sie lebt zurückgezogen in Wien und München und wird als bedeutende feministische Autorin und unbequemes literarisches Gewissen ihrer Generation geschätzt.

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Werke

Buchcover
Elfriede Jelineks Die Klavierspielerin (1983) schildert das Leben der Wienerin Erika Kohut, einer frustrierten, von ihrer dominanten Mutter beherrschten Klavierlehrerin. Zwischen unterdrückten Sehnsüchten, masochistischen Neigungen und einer zerstörerischen Mutter-Tochter-Beziehung entfaltet sich ihr Doppelleben: äußerlich angepasst, innerlich von Gewaltfantasien und sexuellen Obsessionen geprägt. Der Versuch einer Beziehung zu ihrem Schüler Klemmer endet in Demütigung und Eskalation.
Buchcover
Elfriede Jelineks Die Liebhaberinnen (1975) schildert das Leben zweier Frauen aus der österreichischen Provinz: Brigitte, die durch eine Ehe sozial aufsteigen will, und Paula, die in einer gewalttätigen Beziehung scheitert. Zwischen patriarchalen Strukturen, wirtschaftlicher Abhängigkeit und alltäglicher Gewalt kämpfen sie um Anerkennung und Sicherheit. Der Roman zeigt illusionslos, wie beide im Kreislauf von Unterdrückung und Anpassung ihre Träume verlieren.
Buchcover
Elfriede Jelineks Gier (2000) erzählt von Kurt Janisch, einem Polizisten aus der österreichischen Provinz, der Frauen für seine Zwecke verführt, betrügt und schließlich tötet. Angetrieben von Macht- und Besitzstreben verkörpert er das zerstörerische Zusammenspiel von patriarchaler Gewalt, Konsumlust und moralischem Verfall. Der Roman zeigt in düsterer, sprachlich überbordender Form, wie Gier nach Lust und Besitz Beziehungen, Körper und Leben zerstört.

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